Übergabe Lebacher Erklärung

21.02.2016 Den ganzen Tag

Lokschuppen Dillingen

21. Februar 2016:
„Zusammenhalt und Miteinander – Lebacher Erklärung“

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen, Ethnien, Nationalitäten und Religionen basiert auf einer staatlichen und gesellschaftlichen Anerkennungs- und Willkommenskultur, auf gegenseitigem Respekt und gelebter Solidarität. Unsere Verfassung und unsere Gesetze fördern und schützen diese Vielfalt. Die gesellschaftliche und berufliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist hierbei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Die Unterzeichner der Erklärung teilen diese Grundhaltung, unterstützen und stärken die Integrationsbeauftragte der saarländischen Landesregierung bei der Umsetzung.


1. Das Saarland ist – bedingt durch seine Lage inmitten Europas und seine wechselvolle Geschichte – ein weltoffenes, europäisches und menschenfreundliches Land.


2. Wir wollen die Freiheit, die Grundwerte und die Vielfalt unserer Gesellschaft bewahren und den Zusammenhalt und das Miteinander in unserem Land durch Begegnungen und den Dialog stärken. Gleichzeitig wollen wir dort, wo es notwendig ist, Vertrauen durch Begegnung schaffen und um Verständnis werben.


3. Das Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit ist ein hohes verfassungsrechtlich geschütztes Gut, für das wir tagtäglich eintreten und eintreten müssen. Jeder Mensch genießt gesetzlich garantierte Rechte und kann an das glauben, was er für richtig hält. Wir werden die Menschen bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützen und nicht zulassen, dass diese Rechte in Frage gestellt werden.


4. Für uns ist jeder Mensch gleichwertig, unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, Behinderung, Rasse und sexueller Orientierung.


5. Gewalt und Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus – ganz egal, aus welcher Ecke sie kommen – haben in unserem Land keinen Platz und werden in keinem Fall geduldet.


6. Wir treten Menschen mit Migrationshintergrund mit Dank, Respekt und Anerkennung gegenüber; sie haben unser Land nach dem Zweiten Weltkrieg mit aufgebaut und somit einen wichtigen Grundstein für unseren Wohlstand gelegt.


7. Damit der Frieden und die Solidarität jetzt und in Zukunft bewahrt bleiben, wollen wir die Willkommens- und Anerkennungskultur im Saarland weiterentwickeln, damit jeder Mensch sich nach eigener Vorstellung auf der Grundlage des Grundgesetzes entfalten, als gleichberechtigtes Mitglied am sozialen und kulturellen Leben teilhaben und seine Potenziale für sich und die Gemeinschaft einbringen kann.


8. Menschen, die vor Krieg, Zerstörung und Verfolgung Zuflucht in unserem Land suchen und bei uns leben möchten, sind im Saarland herzlich willkommen. Wir verstehen die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden in unserem Land, das für einen hohen Grad an sozialer Wärme steht, als eine humanitäre Verpflichtung.


9. Wir erkennen die Vielfalt und den kulturellen Reichtum in unserem Land als Bereicherung an und unterstützen die Aufklärung und Information gegen Diskriminierung, Klischees und Vorurteile innerhalb unserer Einrichtungen und Organisationen – aber auch darüber hinaus.


10. Wir möchten Alternativen für all diejenigen in der Gesellschaft aufzeigen, die für sich keine Perspektive sehen und dadurch für demokratiefeindliche Entwicklungen empfänglich werden.


Quelle: Lebach, 1. Integrationsgipfel des Saarlandes, 3. März 2015


Routenplanung mit Google Maps

FacebookTwitterGoogle+PinterestTumblrLinkedInWhatsAppEmailPrint